By: Klaus Reckert
cott Allens Leben veranderte sich, als er mit elf
Jahren ein Van Halen-Video anschaute. Es kam, was
kommen musste: Luftgitarre, hingemeuchelte
Sparschweine, die erste Schraddel, Unterricht,
Hornhaute... Dies endete bei Allen aber nicht - wie
bei den meisten von uns Normalsterblichen - in der
frustrierenden Erkenntnis, dass Eddy Van Halen nicht
wirklich erreichbar ist. Sondern endete (vorlaufig)
als Gitarrendozent beim Northridge Music Center
sowie in der Position als erste Violine bei der
Sacramentoer Metal-Formation 7 Years. Und beim
eigenen Scott Allen Project, das schon u. a. fur
Dave Meniketti, Eric Martin oder Planet X Konzerte
eroffnet hat. Am Projekt sind uber den Boss hinaus
je ein Rhythmus-Gitarrist, Bassist und Schlagwerker
beteiligt. Aberdies konnte fur die Produktion der
vorliegenden CD mit Frank Hannon (Tesla) ein
erfahrener Profi gewonnen werden. Beide Umstande
fuhren wohl dazu, dass im Gegensatz zu so vielen
anderen selbstproduzierten Gitarrengott-Projekten
die Stucke von "Beyond words" meist deutlich
nachvollziehbare Songstrukturen aufweisen und wir
nicht etwa von Dauergegniedel uber Konserven-Drums
ermattet werden.
Dass er ein Schneller der Zunft ist, muss und darf
Allen naturlich dennoch zeigen, beispielsweise
mittels der Tapping-Ekstasen von "A girl I once
knew" oder "The clock is ticking". Am
starksten wirkt diese Projektmusik jedoch immer
dann, wenn wie bei "My Bad Mojo", "Saying
goodbye" oder "Sapphire sky" deutlich das
Tempo reduziert wird, auch akustische Gitarren zum
Einsatz kommen und Allen uberwiegend in getragenen
Bogen soliert. Musste den Fans von z. B. Vinnie
Moores oder Neal Schons Soloschaffen stark zusagen.
Das gute Stuck kann u. a. uber
scottallenproject.com, Guitar Nine Records und
I-tunes angelandet werden.
|